Gedicht teilen

✨ Verschenke Worte

Teile dieses Gedicht mit deinen Freunden

Neugierig machendes Banner
Zum Inhalt springen

Oktober 17, 2026

Der König von Thule von Goethe: Gedicht, Interpretation und Bedeutung

Es war einst ein König in Thule,
Gar treu bis an das Grab,
Dem sterbend seine Buhle
einen goldnen Becher gab.

Es ging ihm nichts darüber,
Er leert′ ihn jeden Schmaus;
Die Augen gingen ihm über,
So oft trank er daraus.

Und als er kam zu sterben,
Zählt′ er seine Städt′ im Reich,
Gönnt′ alles seinen Erben,
Den Becher nicht zugleich.

Er saß beim Königsmahle,
Die Ritter um ihn her,
Auf hohem Vätersaale
Dort auf dem Schloß am Meer.

Dort stand der alte Zecher,
Trank letzte Lebensglut
Und warf den heil′gen Becher
Hinunter in die Flut.

Er sah ihn stürzen, trinken
Und sinken tief ins Meer.
Die Augen täten ihm sinken,
Trank nie einen Tropfen mehr.

Das Gedicht „Der König von Thule“ stammt von Johann Wolfgang von Goethe.