Rainer Maria Rilke

Wie ich dich liebe? Wie ich dich liebe? La├č mich z├Ąhlen wie. Ich liebe dich so tief, so hoch, so weit, als meine Seele blindlings reicht, wenn sie ihr Dasein abf├╝hlt und die Ewigkeit.  Ich liebe dich bis zu dem stillsten Stand, den jeder Tag erreicht im Lampenschein oder in Sonne. Frei, im Recht, und rein wie jene, die vom Ruhm sich abgewandt.  Mit aller Leidenschaft der Leidenszeit und mit der Kindheit Kraft, die fort war, seit ich meine Heiligen nicht mehr geliebt.  Mit allem L├Ącheln, aller Tr├Ąnennot und allem Atem. Und wenn Gott es giebt, will ich dich besser lieben nach dem Tod.

Wie ich dich liebe?

Wie ich dich liebe? La├č mich z├Ąhlen wie.
Ich liebe dich so tief, so hoch, so weit,
als meine Seele blindlings reicht, wenn sie
ihr Dasein abf├╝hlt und die Ewigkeit.
Ich liebe dich bis zu dem stillsten Stand,
den jeder Tag erreicht im Lampenschein
oder in Sonne. Frei, im Recht, und rein
wie jene, die vom Ruhm sich abgewandt.
Mit aller Leidenschaft der Leidenszeit
und mit der Kindheit Kraft, die fort war, seit
ich meine Heiligen nicht mehr geliebt.
Mit allem L├Ącheln, aller Tr├Ąnennot
und allem Atem. Und wenn Gott es giebt,
will ich dich besser lieben nach dem Tod.
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