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Alle Beiträge zum Thema “Gedichte”

Zwei Kröten Heinz Erhardt

Zwei Kröten

 

Zwei Kröten weiblichen Geschlechts
lustwandeln durch die Heide,
die eine links, die andre rechts,
und Warzen haben beide.
Und trotz der Warzen gehen sie
vergnĂĽglich ihrer Wege
und lachen heimlich ĂĽber die
moderne Schönheitspflege.

Heinz Erhardt 

Hund und Herrchen Heinz Erhardt

Hund und Herrchen

 

Egal, von welcher Art und Rasse,
ob tief er bellt, ob hoch er kläfft,
der Hund macht alles auf der Straße –
und auf die Straße sein Geschäft.
Die Katze ist da etwas feiner:
Sie hat ihr Klo, auf das sie geht,
und wie sie liebt, das sah noch keiner –
man hört es höchstens, abends spät.
Der Hund dankt stets fĂĽr jede Strafe,
er leckt die Hand, die ihn versehrt.
Er ist des Herrchens treuster Sklave –
doch meistens ist es umgekehrt.

Heinz Erhardt 

Der Kabeljau Heinz Erhardt

Der Kabeljau

 

Das Meer ist weit, das Meer ist blau,
im Wasser schwimmt ein Kabeljau.
Da kömmt ein Hai von ungefähr,
ich glaub von links, ich weiĂź nicht mehr,
verschluckt den Fisch mit Haut und Haar,
das ist zwar traurig, aber wahr. – – –
Das Meer ist weit, das Meer ist blau,
im Wasser schwimmt kein Kabeljau.

Heinz Erhardt 

Humanistisches FrĂĽhlingslied Heinz Erhardt

Humanistisches FrĂĽhlingslied

 

Amsel, Drossel, Star und Fink
singen Lieder vom FrĂĽhlink,
machen recht viel Federlesens
von der Gegenwart, dem Präsens.

Krokus, Maiglöckchen und Kressen
haben längst den Schnee vergessen,
auch das winzigste Insekt
denkt nicht mehr ans Imperfekt.

Hase, Hering, Kuh und Lachs,
Elke, Inge, Fritz und Max – – –
alles, alles freut sich nur
an dem Jetzt. Und aufs Futur.

Heinz Erhardt 

Weidende Seekuh Heinz Erhardt

Weidende Seekuh

 

Die Seekuh weidet auf dem Grund
des Ozeans. Stumm ist ihr Mund;
denn finge an sie, laut zu singen,
würd ihr das Meer ins Innre dringen –
und dieses Nass, welches sie schluckt,
verdĂĽrbe dann das Milchprodukt,
das, schon seit jeher äußerst rühmlich,
wohl jeder Seekuh eigentĂĽmlich.

So weidet unsre Meereskuh
mit Appetit, doch ohne Muh …

Heinz Erhardt 

Das Lama Heinz Erhardt

Das Lama

 

In dem Land des weisen Brahma
lebte jahrelang ein Lama,
dem es niemals wollte glucken,
weit im Bogen auszuspucken.

Schrecklich litt es seelisch wegen
diesem seinem Unvermögen;
und die Tränen war’n ihm nah,
wenn es andre spucken sah.

Heimlich ĂĽbte es im Sitzen
oder Stehn, den Mund zu spitzen,
um dann zielgerecht durch dessen
Spalt den Strahl herauszupressen;
doch selbst in bequemer Lage
förderte es nichts zutage.

Und – so endet dieses Drama –
schlieĂźlich musste unser Lama
vor den Thron des Brahma traben,
ohne je gespuckt zu haben.

Heinz Erhardt 

Die Schnecke Heinz Erhardt

Die Schnecke

 

Mit ihrem Haus nur geht sie aus!
Doch heut lässt sie ihr Haus zu Haus,
es drĂĽckt so auf die HĂĽften.
Und außerdem – das ist gescheit
und auch die allerhöchste Zeit – :
Sie muss ihr Haus mal lĂĽften!

Heinz Erhardt 

TatĂĽ, tatĂĽ Heinz Erhardt

TatĂĽ, tatĂĽ

 

Die Jagd beginnt! – Tatü, tatü!,
ertönt es aus dem Horne.
Der Jäger tutet hinten rein,
dann kommts TatĂĽ von vorne.

Der Jäger nimmt zwei Gläser mit:
Am einen kann er drehen,
dann kann er das, was weiter weg,
ganz nah und deutlich sehen.

Das andre Glas ist dazu da,
den Schnaps daraus zu trinken –
die Flasche ist im Rucksack drin
gleich neben Brot und Schinken.

Auch eine Flinte hat er mit,
gefĂĽllt mit feinstem Schrote,
und wenn er schieĂźt und gar noch trifft,
gibts bei den Hasen Tote.

Erlegt er aber einen Hirsch,
so hängt er als Trophäe
gleich das Geweih ins Wohngemach,
damit es jeder sähe.

Die Jagd ist aus! – Tüta!, so tönt
das Horn aus blankem Bleche.
Der Jäger geht ins Stammlokal –
der Hirsch bezahlt die Zeche.

Heinz Erhardt 

Zum merkzettel hinzufĂĽgen. Non enim praesent elementum facilisis leo vel fringilla.