Dr√ľcken Sie ‚ÄěEnter‚Äú, um den Inhalte zu √ľberspringen

Beitr√§ge ver√∂ffentlicht in ‚Äúlustige geschichten‚ÄĚ

Lustige Stilbl√ľten aus Versicherungen

Lustige Stilbl√ľten an Versicherungen

Ausz√ľge aus Briefen an Versicherungen:

Strassenverkehr & KFZ-Versicherung 

Ich fuhr mit meinem Wagen gegen die Leitschiene, √ľberschlug mich und prallte gegen einen Baum. Dann verlor ich die Herrschaft √ľber mein Auto.¬†

Der Fu√üg√§nger hatte anscheinend keine Ahnung, in welche Richtung er gehen sollte, und so √ľberfuhr ich ihn.¬†

Ich fand ein großes Schlagloch und blieb in demselben. 

Nachdem ich vierzig Jahre gefahren war, schlief ich am Lenkrad ein. 

Ich hatte den ganzen Tag Pflanzen eingekauft. Als ich die Kreuzung erreichte, wuchs plötzlich ein Busch in mein Blickfeld, und ich konnte das andere Fahrzeug nicht mehr sehen. 

Das andere Auto kollidierte mit dem meinigen, ohne mir vorher seine Absicht mitzuteilen. 


Ich bin deshalb so schnell gefahren, um durch den Luftzug die Biene aus dem Auto zu kriegen. 

Wir hielten an einer B√∂schung die zum See hinunter f√ľhrt. Dann kam es zu zwischenmenschlichen Beziehungen, die aber schlagartig aufh√∂rten, als sich die Handbremse l√∂ste.¬†

Auf halber Strecke rannte ein ortskundiger Hase in selbstmörderischer Absicht auf die Fahrbahn. Es gelang ihm, sich das Leben am Abschlussblech meines Fahrzeuges zu nehmen 

Außerdem bin ich vor meinem ersten Unfall und nach meinem letzten unfallfrei gefahren. 

Der Bursche war √ľberall und nirgends auf der Stra√üe. Ich musste mehrmals kurven, bevor ich ihn traf.¬†

Ich musste ihn leider aufs Korn, d. h. auf den K√ľhler nehmen; dann fegte ich ihn seitlich √ľber die Windschutzscheibe ab.¬†
Ich habe gestern Abend auf der Heimfahrt einen Zaun in etwa 20 Meter Länge umgefahren. Ich wollte Ihnen den Schaden vorsorglich melden, bezahlen brauchen Sie nichts, denn ich bin unerkannt entkommen. 

Mein Auto fuhr einfach geradeaus, was in einer Kurve allgemein zum Verlassen der Stra√üe f√ľhrt.¬†

Als ich auf die Bremse treten wollte, war diese nicht da. 


Ich entfernte mich vom Straßenrand, warf einen Blick auf meine Schwiegermutter und fuhr die Böschung hinunter. 

Die Polizisten, die den Unfall aufnahmen, bekamen von meiner Braut alles angezeigt, was sie sehen wollten. 

Schon bevor ich ihn anfuhr, war ich davon √ľberzeugt, dass dieser alte Mann nie die andere Stra√üenseite erreichen w√ľrde.¬†

Ein unsichtbares Fahrzeug kam aus dem Nichts, stieß mit mir zusammen und verschwand dann spurlos. 

Als mein Auto von der Stra√üe abkam, wurde ich hinausgeschleudert. Sp√§ter entdeckten mich so ein paar K√ľhe in meinem Loch.¬†

Der Mopedfahrer, der am Tatort alles miterlebte, hatte der Fahrerin meines PKW aufrichtig erklärt, daß er seiner Zeugungspflicht nachkommen werde. 

Im hohen Tempo n√§herte sich mir die Telegraphenstange. Ich schlug einen Zickzackkurs ein, aber dennoch traf mich die Telegraphenstange am K√ľhler.¬†

Das Pferd lief √ľber die Fahrbahn, ohne sich vorschriftsm√§√üig zu vergewissern, ob die Stra√üe frei ist!¬†

Das Polizeiauto gab mir ein Signal zum Anhalten. Ich fand einen Br√ľckenpfeiler.¬†

An der Kreuzung hatte ich einen unvorhergesehenen Anfall von Farbenblindheit. 

Ich fuhr r√ľckw√§rts eine steile Stra√üe hinunter, durchbrach eine Grundst√ľcksmauer und rammte einen Bungalow. Ich konnte mich einfach nicht mehr erinnern, wo das Bremspedal angebracht ist.¬†

Vor mir fuhr ein riesiger M√∂belwagen mit Anh√§nger. Der Sog war so gro√ü, dass ich √ľber die Kreuzung gezogen wurde.¬†

Ein Fu√üg√§nger kam pl√∂tzlich vom B√ľrgersteig und verschwand dann wortlos unter meinem Wagen.¬†

Lebensversicherungen 

Ich habe nun so viele Formulare ausf√ľllen m√ľssen, da√ü es mir bald lieber w√§re, mein geliebter Mann w√§re √ľberhaupt nicht gestorben.¬†

Die Ermittlung wegen Versicherungsbetrugs ist noch nicht abgeschlossen. Der Versicherte starb mittlerweile eines nat√ľrlichen Todes. Solche Pannen d√ľrfen nicht passieren.¬†

Die Heirat mit meinem Mann war ein Risiko. Er ist auf und davon, der kommt nicht wieder. Sie können mir also die Risikoversicherung auszahlen. 

Wie hoch ist die Pr√§mie f√ľr meinen Mann, der zwar im April 60 Jahre alt wurde, aber 10 Jahre j√ľnger aussieht?¬†

Ich bin schwerkrank gewesen und zweimal fast gestorben. Da können Sie mir doch wenigstens das halbe Sterbegeld auszahlen. 

Ich bin in eine Sekte eingetreten. Jetzt wei√ü ich, dass ich ewig leben werde und k√ľndige daher meine Lebensversicherung.¬†

Sofort nach dem Tod meines Mannes bin ich Witwe geworden. 

Bitte ändern Sie meinen Vertrag so ab, daß bei meinem Todesfall die Versicherungssumme an mich bezahlt wird. 

Einnahmen aus der Viehhaltung haben wir keine. Mit dem Tod meines Mannes ging das letzte Rindvieh vom Hof. 


 

Hausrat & Haftpflicht Versicherungen 

Ich dachte, das Fenster sei offen, es war jedoch geschlossen, wie sich herausstellte, als ich meinen Kopf hindurchsteckte. 

Wer mir die Geldbörse gestohlen hat kann ich nicht sagen, weil aus meiner Verwandschaft niemand in der Nähe war. 

Hiermit k√ľndige ich Ihre Haftpflichtversicherung. Ich bin zur Zeit in Haft und brauche daher keine Haftpflichtversicherung.¬†

Das Glas ist kaputt, ich schicke Ihnen hier einen Splitter von der Scheibe mit, woran Sie sehen können, dass sie hin ist, denn sonst wäre sie noch ganz unbeschädigt. 

Mein Dachschaden wurde wie vorgesehen am Montagmorgen behoben. 

Dann brannte pl√∂tzlich der Weihnachtsbaum. Die Flammen griffen auf den Vorhang √ľber. Mein Mann konnte aber nicht l√∂schen, weil er wie ein Verr√ľckter nur den Hausrat-Versicherungsschein suchte.¬†

Unfall & Kranken Versicherungen 

Erfahrungsgemäß regelt sich sowas bei einer gewissen Sturheit von selbst. Darum melde ich Unfälle immer erst, wenn der Gegner mit Zahlungsbefehlen massiv wird. 

Mein Sohn hat die Frau nicht umgerannt. Er ist einfach vorbeigerannt. Dabei ist die Frau durch den Luftzug umgefallen. 

Meine Tochter hat sich den Fu√ü verknackst, weil dieses verdammte Weibervolk ja keine vern√ľnftigen Schuhe tragen will.¬†

Der Tennisball kam elegant und sauber an ‚Äď abgeschlagen von meiner Tochter. Ich habe nur leider den Kopf statt des Schl√§gers hingehalten.¬†

‚Ķ erlaube ich mir, wieder ein Rezept √ľber Antibabypillen beizuf√ľgen, da ich glaube, dass dies Ihre Versicherung doch sicher billiger kommt als eine Schwangerschaft mit Klinik-Entbindung und vielen Nebenkosten zu erstatten.¬†

Ihr Computer hat mir ein Kind zugelegt. Aber ich habe kein Kind. Schon gar nicht von Ihrem Computer. 

Wenn ich oft krank werde, geht Sie das gar nichts an, Sie haben bloß zu zahlen, sonst verzichte ich in Zukunft ganz auf das Kranksein! 

Ich habe mir den rechten Arm gebrochen meine Braut hat sich den Fu√ü verstaucht ‚Äď ich hoffe, Ihnen damit gedient zu haben.¬†

W√§hrend des bekannten Tanzes Holladihia-Hoppsassa sprang ich √ľberm√ľtig nach oben, wobei mich mein Tanzpartner kr√§ftig unterst√ľtzte. Dabei kam mir die Kellerdecke schneller als erwartet entgegen.¬†

Dr. K. hat mir neue Zähne eingesetzt, die zu meiner Zufriedenheit ausgefallen sind. 

Ich habe meinen Kombi direkt vor meiner Gaststätte entladen, weil ich schwanger bin. Dabei hat mir ein Bekannter geholfen. 


 

Briefwechsel Allgemein an Versicherungen 

Da sprang der Verfolgte ins Wasser und tauchte trotz mehrmaliger Aufforderung nicht mehr auf. 

Ihre Argumente sind wirklich schwach. F√ľr solche faulen Ausreden m√ľssen sie sich einen D√ľmmeren suchen, aber den werden Sie kaum finden.¬†

Heute schreibe ich zum ersten und letzten Mal. Wenn Sie dann nicht antworten, schreibe ich gleich wieder. 

Alle Rechnungen, die ich erhalten, bezahle ich niemals sofort, da mir dazu einfach das Geld fehlt. Die Rechnungen werden vielmehr in eine gro√üe Trommel gesch√ľttet, aus der ich am Anfang jeden Monats drei Rechnungen mit verbunden Augen herausziehe. Diese Rechnungen bezahle ich dann sofort. Ich bitte Sie zu warten, bis das gro√üe Los Sie getroffen hat.¬†


Als Hobby halte ich f√ľnf H√ľhner und einen Hahn. Beim H√ľhnerf√ľttern am 24. Februar in den Morgenstunden st√ľrzte sich der Hahn pl√∂tzlich und unerwartet auf mich und biss mir in den rechten Fu√ü. Er landete sofort im Kochtopf.¬†

Nach Ansicht des Sachverst√§ndigen d√ľrfte der Verlust zwischen 250.000 Euro und einer Viertelmillion liegen.¬†

Und weil das Finanzamt immer so nett zu mir war, habe ich nach oben aufgerundet. 

In der Anlage √ľbersende ich Ihnen eine Duplikatsrechnung, die keine Duplikatsrechnung mehr ist, weil ich das Wort ‚ÄěDuplikat‚Äú gestrichen habe.¬†

Ich möchte nochmals erklären, dass ihr Mitarbeiter Verträge nur in Gaststätten bespricht und sehr viel Bier und Korn ausgibt. Ich kann Ihre Versicherung und Ihren Mitarbeiter nur weiterempfehlen. 

Bitte lassen Sie es mich wissen, wenn Sie dieses Schreiben nicht erhalten haben. 

Ich liebe Mahnungen, denn dann weiß ich, dass Ihre Mitarbeiter arbeiten. 

Ich kann nicht schlafen, weil ich Ihre Versicherung betrogen habe. Darum schicke ich anonym 300 Euro. Wenn ich dann immer noch nicht schlafen kann, schicke ich Ihnen den Rest. 

Um keinen Fehler zu machen, habe ich den Versicherungsantrag vorsichtshalber nicht unterschrieben. 

Seit zehn Jahren wohne ich ihn Mahldorf, wo ich in der Metzgerei als Gehilfe zum Ausweiden, Zerteilen und Bedienen der Kunden tätig bin. 

In Ihrem Schreiben vom 28.02. √ľber die neue Beitragsrechnung haben Sie mich freundlicherweise zum Fr√§ulein bef√∂rdert, was im Zusammenhang mit meinem Vornamen Heinz jedoch zu peinlichen Vermutungen Anlass gibt.¬†

 
 

Kurzgeschichten als Buchform auf Amazon.

Mehr Kurzgeschichten zum Nachdenken in dieser Kategorie

Lustige Kurzgeschichte: Bluse kaufen

Lustige Kurzgeschichte - Bluse kaufen
 

 

 

Ich h√§tte nein sagen sollen oder dass ich etwas vorh√§tte, als mich meine Tante Dorchen Fa√übender am Eingang des amerikanischen Riesen-Warenhauses mit Beschlag belegte und mich bat, sie zu begleiten: sie m√ľsste sich nur eben eine Bluse kaufen, erkl√§rte sie obenhin.
Eine Bluse kaufen, das war ja schließlich eine einfache und schnell erledigte Sache, dachte ich mir und ging mit. Außerdem hatte die Tante mir schon häufiger Rechnungen meines Schneiders bezahlt, das war entsprechend zu beachten. 

Der Scharfsinn eines Indianers geh√∂rt dazu, um sich in einem modernen Warenhaus zurechtzufinden und noch zu Lebzeiten den begehrten Gegenstand zu kaufen. Die Tante sagte, sie wisse Bescheid, und dr√§ngte sich durch die Menge, die sich in den G√§ngen zwischen den Verkaufsst√§nden hin- und herschob. Sie trat energisch auf sie hindernde F√ľ√üe und stie√ü Langsame mit der Kr√ľcke ihres Zanellaschirmes verstohlen in den R√ľcken.¬†


¬ĽDa dr√ľben bekommen wir das Gew√ľnschte¬ę, sagte sie mit Bestimmtheit. Ich vertraute der Tante. Wir schoben nach dr√ľben.¬†
Wir blieben einen Augenblick am Verkaufsstand f√ľr Emaille Geschirr stehen. ¬ĽWas darf‚Äôs sein?¬ę fragte verbindlich ein rotbackiges Fr√§ulein.¬†
¬ĽO, wo finde ich Blusen?¬ę erkundigte sich die Tante, die scheinbar doch nicht so ganz Bescheid wusste.¬†
¬ĽBitte, erste Etage, Aufzug¬ę, war die Antwort. Die Tante zog vor, die Treppe zu benutzen, aus Vorsicht. Es sei einmal ein junger Mann im Aufzug zerquetscht worden. Diese Legende geht von jedem Aufzug.¬†


¬ĽBlusen ‚Äď bitte rechts und dann links¬ę, wies uns ein Herr in mittleren Jahren, den man Herr Markuse nannte und der scheinbar eine Rolle spielte. Wir waren geschmeichelt und gingen in die bezeichnete Richtung.¬†


¬ĽNein, nein, nein¬ę, schrie die Tante pl√∂tzlich unwillig, als sie an dem gesuchten Stand von Blusen ankam und die Auslagen musterte. ¬ĽIch will keine fertige Bluse, ich will Stoff f√ľr eine Bluse, im Haus zu n√§hen. Da steht man sich billiger¬ę, raunte sie mir erkl√§rend zu.¬†
Ich fand das sehr unangebracht, so eine Bluse erst mal mit großen Umständen zu nähen, wo man sie doch hier fix und fertig zum Anziehen kaufen konnte. Überhaupt bereute ich ein wenig meine Bereitwilligkeit, die Tante zu diesem Blusenkauf zu begleiten. 
¬ĽAh, Stoff f√ľr eine Bluse f√ľr die Dame?¬ę sagte verstehend Herr Markuse, der uns gefolgt war. ¬ĽBitte, bem√ľhen sich die Herrschaften nach der vierten Etage, dort finden Sie, was Sie w√ľnschen.¬ę¬†


Wieder m√ľhselige Treppen, trotz des Asthmas der Tante. Solche Aufz√ľge bleiben schon mal stecken, dann verhungern die Insassen. Das ist auch so eine Legende, die man sich von jedem Aufzug erz√§hlt.¬†
Nat√ľrlich entsprach der Stoff, den man der Tante auf der vierten Etage vorlegte, keineswegs ihren W√ľnschen und Absichten. Was man ihr da zeigte, war doch Wolle, was f√ľr Dienstboten zu Weihnachten, aber nicht f√ľr eine Staatsbluse der gn√§digen Frau zu gebrauchen war.¬†
¬ĽWolle h√§lt aber doch warm¬ę, meinte ich sch√ľchtern.¬†
¬ĽIst aber nicht schick¬ę, strafte mich die Tante. ¬ĽIch will die Bluse f√ľr das Zoologische-Garten-Konzert; Frau Bender soll die Platze kriegen¬ę, lachte sie h√§misch.
Jetzt kam es heraus; die Tante wollte eine seidene Bluse bzw. den Stoff dazu. 


¬ĽDa m√ľssen sie sich nach unten bem√ľhen, dort rechts vom Haupteingang, etwa vierzig Minuten weit, ist die Seidenabteilung¬ę, kl√§rte man sie auf. ¬ĽDort ist der Aufzug.¬ę Sie begann von der 150 Meter hohen Vierten-Etagen-Treppe den m√ľhevollen Abstieg. Das Seil konnte rei√üen und der Aufzug herunterrasen und zerschmettern. Das war auch so eine Legende, die die Tante bewog, das gef√§hrliche Vehikel nicht zu benutzen.¬†

Ich sagte leise das kleine Einmaleins auf und berechnete aus dem Wachsen meines Bartes, wie lange wir uns bereits hier in dem Warenhause befanden. Durch das Treppensteigen bekam ich ein m√ľdes Gef√ľhl in den Kniekehlen, wie wenn ich dreimal hintereinander das Matterhorn bestiegen h√§tte, ein Klavier mit Lehrer im Rucksack.¬†


Tante Dorchen war von der stillen Resignation eines Menschen, der weiß, was er will. 
Ich war so zerstreut, da√ü ich der blondlockigen Verk√§uferin der Parf√ľmerieabteilung, wo ich immer meine Seife kaufte, in Gedanken auf das Ohrl√§ppchen k√ľsste.
¬ĽSeide dort, Blusenseide dort¬ę, zeigte ein anderer Herr Markuse, der Cohn genannt wurde, auf eine lange Reihe Theken, hinter welchen himmelhohe Regale standen, wie in einer Bibliothek. Die F√§cher waren angef√ľllt mit St√∂√üen von flachen Paketen. Zwischen den Regalen und den Theken waren Fr√§uleins in Schwarz, nette und weniger nette, mit Scheren an B√§ndern um den Hals und an der Seite einen baumelnden Abrei√üblock, eingesperrt. Manche a√üen verstohlen aus einem verborgenen Butterbrotpaket. Das durfte Herr Cohn nicht sehen.¬†
Aus dem Gesicht der Tante entnahm ich, daß wir nun endlich am Ziel angekommen waren. Meine Lethargie wich ein wenig. Es war aber noch nicht aller Tage Abend! O, ich Kleingläubiger! 


Sobald die Tante kurz den Wunsch nach Blusenseide ge√§u√üert hatte, kletterten ‚Äď husch, husch! ‚Äď entz√ľckende Lackf√ľ√üchen auf gelben Leitern an den Bibliotheksregalen hinauf. Oft blieb der Rock an einer Sprosse h√§ngen, welches Malheurchen ein grazi√∂ses Beinchen mir entgegenkommend dekolletierte. Die Tante setzte sich ihre Brille auf, die sie aus einem Lederetui hervorzog. Das Etui machte beim Abziehen des Deckels ¬ĽPff¬ę, die Tante setzte die Brille auf, nicht der Beinchen wegen, sondern um den Stoff zu pr√ľfen. Ich putzte meinen Kneifer ‚Äď hm, hm, ich musste doch der Tante behilflich sein!¬†

St√∂√üe von flachen Paketen warfen die Fr√§uleins in Schwarz klatschend auf die Theke und entrollten sie zu Streifen Seide in allen m√∂glichen Farben. Dabei priesen sie in √ľberschw√§nglicher Weise die Ware: ¬ĽPrima, prima, das beste auf dem Markt, leitest F√§schen, englisch, fabelhafte Verarbeitung, Frau Bankier Safe (sprich: S√§w) nahm zehn Meter f√ľr eine Robe, doppelte Breite, mit Selfkante (ich kannte nur den Selfmademan, aber keine Kante, die sich selbst machte, aber h√∂chstens die Wasserkante), gut zu verarbeiten und haltbar, Sie glauben es nicht, gn√§dige Frau!¬ę Immer neue Pakete wurden aufgerollt. Ein Meer von Farben ergoss sich √ľber die Theke. Die Tante war in fieberhafter T√§tigkeit, ihr sonst bleiches Gesicht war hektisch ger√∂tet, die Warze an der Nase war zu einem Apfel angeschwollen, mit zitternden H√§nden w√ľhlte sie in der Seide, pr√ľfte den Stoff und die Farbe, bat das Fr√§ulein in Schwarz, mit dem betreffenden St√ľck auf die Stra√üe zu gehen, um die Farben bei Tageslicht beurteilen zu k√∂nnen. Etwa 1200mal lief sie, begleitet von einer Verk√§uferin, die immer durch eine neue ersetzt werden musste, da sie haufenweise vor Ermattung zusammenbrachen, die Strecke von der Seidenabteilung bis zum Ausgang. Ich rannte im Anfang getreu als Sachverst√§ndiger f√ľr Farben mit (ich bin Mitglied des Sonderbundes, Beitrag 10 Mark, war zur Untersuchung im Irrenhaus, weil ich aus mir selber geraten habe, wo auf einem futuristischen Gem√§lde von Marinetti der G√§rtner war), verlor dann aber die Lust zu rennen, nahm mir ein Auto und fuhr neben der Tante hin und her.
Die Tante konnte sich nicht schl√ľssig werden. Wie unter einem unerbittlichen Schicksal raste sie hin und her, den armen Verk√§uferinnen zum Verderben. Die Haarnadeln der Tante waren wei√ügl√ľhend.¬†¬†


Alle Farben der Welt zogen vorbei, nur kein Blau, was die Tante von vornherein nicht w√ľnschte. Nun fiel ihr ein, dass es ein bestimmtes Blau gebe, was ihr sehr gut zu Gesicht st√§nde. Ob man dieses Blau habe? Einige der Verk√§uferinnen, die aus den Strapazen der Rennerei ihr schwaches Leben gerettet hatten, schleppten sich an die Regale und erkl√§rten mit m√ľden Stimmen, blaue Stoffe seien auf der zehnten Etage. Die Herrschaften m√∂chten sich hinaufbem√ľhen. Ich habe mit dem Nordpolforscher Cook den Mount MacKinley in Lackschuhen bestiegen; jetzt schauderte mir vor der zehnten Etage. Die Tante war nicht zu bewegen, den Lift zu benutzen. Sie machte sich, trotz ihrer geschwollenen Ballen, an den Treppenaufstieg zur zehnten Etage. Ich dr√ľckte mich in den Aufzug und war schnell und m√ľhelos bald oben. Drei Wochen sp√§ter kam die Tante an, die alte eiserne Energie, Stoff f√ľr eine Bluse zu kaufen, in den Z√ľgen. Sie erinnerte an Bismarck, wenn er etwas durchsetzen wollte.¬†


Pfadfinder wiesen uns den Weg zum blauen Stoff. Der Stand befand sich 21 Kilometer von der Treppe und dem Lift. Ja, dieses Warenhaus war von enormen Dimensionen; es stellte in seiner bebauten Fläche Elsass-Lothringen in den Schatten. 
Es gab etwa zehn verschiedene Blau. Nat√ľrlich mussten diese St√ľcke auch wieder dem Tageslicht ausgesetzt werden. Das h√§tte Monate gedauert, wenn die Tante die zehn Treppen hin- und her gestiegen w√§re. Sie wurde chloroformiert und mit dem Aufzug bef√∂rdert.
Endlich, es war eine Erl√∂sung, etwa wie der Friedensschluss zu M√ľnster nach dem 30j√§hrigen Krieg um 1648, als die Tante das Blau fand, was ihr so gut zu Gesicht stand. Sie pr√ľfte gl√§ttend den Stoff ¬ĽTaft bricht leicht.¬ę ‚Äď ¬ĽEr ist aber doch so dick¬ę, murmelte ich bl√∂de, ¬Ľder Pr√§sident der Vereinigten Staaten?¬ę
Sie brauchte zwei Meter f√ľnfzig. Eilfertig nahm ein Fr√§ulein in Schwarz einen Zollstock, um dieses Quantum abzumessen. Nat√ľrlich war das vorhandene St√ľck (vom Fachmann Coupon genannt) etwa achtzig Zentimeter zu kurz.¬†


Die Tante stach dem Fr√§ulein eine lange Hutnadel, der Zorn der Elektrischen Bahn-Schaffner, in das linke blaue Auge. Aber es schadete nichts, denn das Auge war aus Glas ‚Äď Gott sei Dank!¬†


Ich kniete, als das endlich gefundene St√ľck von der blauen Seide, deren Blau die Tante so gut kleidete, zu kurz war, nieder und bat den Himmel und alle G√∂tter, sie m√∂chten doch die fehlenden achtzig Zentimeter blauer Seide beschaffen. ¬ĽNehmen Sie Gr√ľn anstatt Blau, Gr√ľn ist der Fr√ľhling und die Au¬ę, sagte eine belegte Stimme von oben ziemlich gereimt.¬†


Die Tante war, weil es wie eine Offenbarung war, mit Gr√ľn nunmehr einverstanden. Man stieg hinab in das Unterhaus, wo die bunten Seiden waren. Nach einem dreiw√∂chigen Suchen und Pr√ľfen entschloss sie sich f√ľr Spinatgr√ľn. Zwanzig Verk√§uferinnen lagen tot am Boden, vier Ressortchefs waren v√∂llig pathologisch geworden. Ein Elektrotechniker fra√ü Gl√ľhbirnen.¬†


Die Tante forderte noch rote Seide als Besatz. Tableau! Ich legte mich auf den Boden und biss in die Blasen, die sich im Linoleum des Bodenbelags gebildet hatten.¬† Die Verk√§uferinnen fl√ľchteten mit Grauen vor dem Wunsche der Tante. Ich machte mein Testament.¬†
Man probierte. Das Rot passte nicht auf das Gr√ľn. Zehn Browningsch√ľsse. Zwei Verk√§uferinnen tot.¬†

Vier Jahre sp√§ter fand man ein passendes St√ľck roter Seide. Die Verk√§uferin, die das St√ľck fand, war eine Waise. Die Tante schenkte ihr aufgeweichten Lakritz aus der warmen Tasche.¬†


Meine Augen hingen sehns√ľchtig an den Lippen der Tante: Der Blusenkauf war beendet, mu√üte sein Ende gefunden haben. Ich Tor. Ich war ein alter Mann geworden, und ein langer Bart hing mir √ľber die Brust. Die Fr√§uleins, die die durch die Tante heraufbeschworene Katastrophe √ľberlebt hatten, waren teilweise Urgro√ümutter, andere Gro√ümutter.¬†


Der Schlag soll mich treffen! Die Tante √∂ffnete ihr kar√§tiges Gebiss und stie√ü das eine kurze, knallende Wort wie einen gellen Flintenschuss hervor: ¬ĽKn√∂pfe!¬ę
Der Schlag traf mich nicht. Ich war verblödet und erwartete nichts anderes. Mein Bart wuchs mir in die Stiefel. 


Knöpfe waren auf der achten Etage. Nach zwei Wochen krochen 400 Angestellte des amerikanischen Warenhauses auf dem Boden der achten Etage wie Ameisen, auch unter die Schränke, um die wie Konfetti auf der ganzen Etage fußhoch durch das hysterische Herumwerfen der Kartons und durch das Platzen der Böden auf die Erde gefallenen Knöpfe aufzulesen. 


Die Tante trieb N√§gel durch die √Ėsen bestimmter Kn√∂pfe und nagelte sie auf die stramme Uniformbrust eines Liftboys fest. So konnte sie sehen, wie die Kn√∂pfe wirkten.¬†


Ich war so alt geworden, dass ich von einer Yoghurtfabrik als Reklamegreis zu Propagandazwecken fotografiert wurde. 
Die Tante konnte den gew√§hlten Knopf nicht nehmen, es fehlten vier am Dutzend. Sie spuckte ihr Gebiss aus. Der Boy fand einen m√ľhelosen Tod. Die Liftf√ľhrer, zehn an der Zahl, verloren den Verstand und lie√üen sinnlos die Aufz√ľge auf- und niederrasen, dass die Splitter flogen. Mechanische Spielwerke drehten sich selbst auf und liefen verhetzt herum. Angestellte kletterten verst√∂rt auf die Regale und die S√§ulen. Andere fra√üen in ihrer seelischen Not Pottasche.¬†


Als die Tante nun noch Schwei√übl√§tter verlangte, die gerade ausgegangen waren, weil es eisiger Winter geworden war, erhob sich ein wildes Tohuwabohu, das elektrische Licht ging aus. Alles st√ľrzte zu der immensen vierteiligen Dreht√ľr des Haupteinganges, und ein wildes Rasen und Drehen, in das ich auch gerissen wurde, begann. Mit einer furchtbaren Schnelligkeit drehte sich die T√ľr, Ohren und Finger wurden von der Zentrifugalkraft abgerissen. Mir flogen die Rippen weg, das war mein Tod.¬†


Das letzte Wort der Tante gellte mir in den Ohren: ¬ĽH√§kchen f√ľr hinten muss ich noch haben!¬ę¬†

Das amerikanische Riesenwarenhaus ist eingefallen. Nur die rasende Dreht√ľr mit Klumpen unz√§hliger Menschenleiber dreht sich noch in ihrer wilden Fahrt, und unaufh√∂rlich gleiten in gef√§hrlicher Schnelle in ihren eisernen F√ľhrungen, die wie T√ľrme aus dem Schutt emporragen, unz√§hlige Aufz√ľge sinnlos auf und nieder.
Frau Bender konnte die Platze wegen der neuen Bluse von Tante Dorchen nicht kriegen; sie ist in der Zwischenzeit an einer Bauchfellentz√ľndung gestorben.¬†

 

Hermann Harry Schmitz ‚ÄěDie Bluse‚Äú; Aus: D√ľsseldorfer General-Anzeiger vom 13.10.1912; Buch der Katastrophen, Leipzig 1916¬†¬†

 

Kurzgeschichten als Buchform auf Amazon.

Mehr Kurzgeschichten zum Nachdenken in dieser Kategorie

Stilbl√ľten ‚Äď Witziges aus Sch√ľleraufs√§tzen

lustige stilblueten aus schueleraufsaetzen

 

Ein Neubau wäre nicht nur teurer gekommen, er hätte auch mehr gekostet. 

 
Der Vater von meinem Vater war Schrankenwärter bei der DB. Heute braucht man ihn nicht mehr, weil alles automatisch geht und er gestorben ist.  
 
Nach dem Dreikönigstag nehmen wir den Adventskranz ab, denn dann haart er.  
 
Wir haben Messer, die sind aus Stall. Der ist rossfrei. 
 
F√ľr den Geburtstag meines Vaters hatte Mutter besondere Ger√ľchte vorbereitet.¬†
 
Einmal gingen wir in einem Wald fort und förter, bis wir zu einer Gaststätte kamen. 
 
Auf dem Jahrmarkt hat mein Bruder einen Strau√ü k√ľnstlicher Blumen erschossen.¬†
 
Wir gingen in aller Fr√ľhe fort, noch bevor uns vor dem Morgen graute.¬†
 
Wir marschierten so schnell, dass uns das Hemd am Gaumen klebte. 
 
Zu Hause auf den Abort gehen ist schmackhafter als im Zug. 
 
Ich strömte gleich als Erster durch das Schultor. 
 
 Am wichtigsten scheint es zu sein, dass der Rektor immer wieder den Monolog mit der Jugend sucht. 
 
Man wartet so manchen Tag, dass es sehns√ľchtig Schulschluss wird.¬†
 
Wenn ich von der Schule heimkomme, gibt es ein narrhaftes Mittagessen. 
 
Die Freizeit ist zur Erholung der Schule da. 
 
Meine Tochter konnte wegen Schlechtigkeit nicht in die Schule. Ich bitte um gnädige Entschuldigung. 
 
Der Tod Wallensteins ist die Konsequenz davon, dass er von Butlers Soldaten erstochen wird. 

 

q? encoding=UTF8&ASIN=3453603044&Format= SL250 &ID=AsinImage&MarketPlace=DE&ServiceVersion=20070822&WS=1&tag=mahapinterest 21&language=de DEir?t=mahapinterest 21&language=de DE&l=li3&o=3&a=3453603044


Ich glaube nicht, dass Tell den Apfelschuss mit seinem Sohn vorher geprobt hat. Das musste er schon live machen.  

 
Der zweite Gatte der Maria Stuart hatte ihren dritten Gatten t√∂ten lassen und wurde deshalb von diesem in die Luft gesprengt. Sp√§ter l√§sst Maria ein Kompott gegen Elisabeth machen. Es ist f√ľr Maria ziemlich unangenehm, dass sie hingerichtet werden soll.¬†
 
Bei den Lokalnachrichten weisen die Leute auf einen g√ľnstigen Kauf oder Verkauf hin, oder sie melden in einer Todesanzeige, dass sie gestorben sind.¬†
 
In Locarno war ein Bettelweib, das als Geist regelmäßig von 12 bis 1 Uhr spuckte.  
 
Der alte Mann hat noch eine ganze Menge grauer Haare auf seiner Vollglatze.  
 
In seinem mittleren Mund steckt eine Zigarette. 
 
An hei√üen Sommertagen gehen viele Menschen in den Wald, weil es dort k√ľhl ist. Das tun auch viele Pflanzen, weil sie Schatten brauchen.¬†
 
1896 entdeckte ein Franzose in Athen die alten Olympischen Spiele. Wenn die toten Gladiatoren in die Arena zogen, br√ľllten sie dem Herrscher zu: ‚ÄěAffe C√§sar!‚Äú¬†¬†
 
Im Mittelalter sind die Leute sehr jung gestorben. Heute wei√ü man: Wer fr√ľher stirbt, ist l√§nger tot.¬†
 
Die Ritter waren oft weg auf Kreuzz√ľgen, und die Burgfr√§uleins standen vor den leeren Burgen und warteten auf ausgezogene M√§nner.¬†
 
Auch ein Schiedsrichter kann nicht alles sehen. Er hat auch nur zwei Paar Augen. 
 

Kurzgeschichten als Buchform auf Amazon.

Mehr Kurzgeschichten zum Nachdenken in dieser Kategorie

Eine lustige Geschichte: FBI Einsatz im Kartoffelgarten

fbi kartoffelgarten kurzgeschichte

 

Ein alter Araber lebt seit mehr als 40 Jahren in Chicago. Er w√ľrde gerne in seinem Garten Kartoffeln pflanzen, aber er ist allein, alt und schwach. Deshalb schreibt er eine E-Mail an seinen Sohn, der in Paris studiert.¬†

‚ÄěLieber Ahmed, ich bin sehr traurig weil ich in meinem Garten keine Kartoffeln pflanzen kann. Ich bin sicher, wenn Du bei mir w√§rest, k√∂nntest Du mir helfen und den Garten umgraben. Dein Vater.‚Äú¬†

Prompt erhält der alte Mann eine E-Mail aus Paris: 
‚ÄěLieber Vater, bitte r√ľhre auf keinen Fall irgendetwas im Garten an. Dort habe ich n√§mlich ‚Äödas Ding‚Äė versteckt. Dein Sohn Ahmed.‚Äú¬†
Um 4 Uhr morgens erscheinen bei dem alten Mann die US-Armee, die Marines, das FBI, die CIA und sogar eine Eliteeinheit der Rangers. Sie nehmen den Garten Scholle f√ľr Scholle auseinander, suchen jeden Millimeter ab, finden aber nichts. Entt√§uscht ziehen sie wieder ab.¬†

Am selben Tag erhält der alte Mann wieder eine E-Mail von seinem Sohn: 
‚ÄěLieber Vater, ich bin sicher, dass der Garten jetzt komplett umgegraben ist und Du Kartoffeln pflanzen kannst. Mehr konnte ich nicht f√ľr dich tun. In Liebe, Ahmed‚Äú.¬†¬†

 

Autor: unbekannt

Kurzgeschichten als Buchform auf Amazon.

Mehr Kurzgeschichten zum Nachdenken in dieser Kategorie