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Friedrich Nietzsche – Das Wort

Das Wort - Friedrich Nietzsche

Lebendgem Worte bin ich gut:
Das springt heran so wohlgemut,
das gr├╝├čt mit artigem Geschick,
hat Blut in sich, kann herzhaft schnauben,
kriecht dann zum Ohre selbst dem Tauben
und ringelt sich und flattert jetzt
und was es tut, das Wort erg├Âtzt.
Doch bleibt das Wort ein zartes Wesen,
bald krank und aber bald genesen.
Willst ihm sein kleines Leben lassen,
musst du es leicht und zierlich fassen,
nicht plump betasten und bedr├╝cken,
es stirbt oft schon an b├Âsen Blicken –
und liegt dann da, so ungestalt,
so seelenlos, so arm und kalt,
sein kleiner Leichnam arg verwandelt,
von Tod und Sterben missgehandelt.
Ein totes Wort – ein h├Ąsslich Ding,
ein klapperd├╝rres Kling-Kling-Kling.
Pfui allen h├Ąsslichen Gewerben,
an denen Wort und W├Ârter sterben.

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