Den Unverstandenen Heinz Erhardt

Novellen - Kurzgeschichten - BĂŒcher - Daniela Noitz

Den Unverstandenen

 

Stumm ist der Fisch, doch nicht nur er:
Auch einen Wurm verstehst du schwer.
Selbst deines treuen Hunds Gebell entzifferst du nicht immer schnell.
Und bei den Rindern, HĂŒhnern, Schweinen kannst du nur raten, was sie meinen.
Drum spreche ich als Anwalt hier fĂŒr jedes unverstandne Tier.
(FĂŒr ’n Papagei brauch ich das nicht, weil er ja fĂŒr sich selber spricht.)
Tirili, piit-piit
Die Lerche schwingt sich in den Äther
und singt das Liedchen ihrer VĂ€ter: Tirili, piit-piit.
Ist’s an der Oder oder Elbe, der Text ist ĂŒberall derselbe:
Tirili, piit-piit.
Vom allerersten Sonnenschimmer bis zu dem letzten singt sie immer:
Tirili, piit-piit.
Wird’s Abend, steigt sie mĂŒde nieder und steckt das Köpfchen ins Gefieder:
Tirili, piit-piit.
Wird’s wieder Tag, weckt sie die Schwestern, schwingt sich empor und singt wie gestern:
Tirili, piit-piit.

Heinz Erhardt 

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