Rainer Maria Rilke | Der Gefangene | Himmel | Wind

Novellen - Kurzgeschichten - B├╝cher - Daniela Noitz

Der Gefangene

Denk dir, das was jetzt Himmel ist und Wind,
Luft deinem Mund und deinem Auge Helle,
das w├╝rde Stein bis um die kleine Stelle
an der dein Herz und deine H├Ąnde sind.
Und was jetzt in dir morgen hei├čt und dann
und: sp├Ąterhin und n├Ąchstes Jahr und weiter ÔÇô
das w├╝rde wund in dir und voller Eiter
und schw├Ąre nur und br├Ąche nicht mehr an.
Und das was war, das w├Ąre irre und
raste in dir herum, den lieben Mund
der niemals lachte, sch├Ąumend von Gel├Ąchter.
Und das was Gott war, w├Ąre nur dein W├Ąchter
und stopfte boshaft in das letzte Loch
ein schmutziges Auge. Und du lebtest doch.
Rainer Maria Rilke 
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ÔÇ×nicht wahr, herr s├Ârensen hat geld ? ÔÇť fragte ich einmal meine mutter. H├Ąuptling der shawnee | land gestohlen | krieger.